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Die Corona-Pandemie hat uns allen viel abverlangt – sie hat die Langzeitpflege und die Beteiligten auf allen Ebenen vor große Herausforderungen gestellt. In Form von Erfahrungsberichten und zahlreichen Studien liegen mittlerweile umfangreiche Erkenntnisse über diese Zeit vor und eröffnen (uns) die Chance, aus der Krise zu lernen und die Resilienz von Pflegeeinrichtungen zu stärken.
Das Bundesministerium für Gesundheit will hier zu einem gemeinsamen Diskurs über „Lehren aus der Corona-Pandemie und zukünftige Krisenresilienz in der Langzeitpflege“ anregen und hat am 6. Dezember 2023 von 13 bis 17 Uhr zu einer gleichnamigen Fachveranstaltung eingeladen.
Hinweis: Eine Aufzeichnung ist erfolgt. Sie ist unter "Aufzeichnungen" zu finden. Die Vortragspräsentationen und Projektergebnisse finden Sie als Download in der "Programmübersicht".
Zusammenfassung
Was können wir für die Zukunft lernen?
Die Krisen und Katastrophen der vergangenen Jahre haben besonders Pflegeeinrichtungen vor große Herausforderungen gestellt. Mit dem Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz (GVWG) wurde Krisenvorsorge für alle zugelassenen Pflegeeinrichtungen gesetzlich verankert (in § 113 Abs. 1 SGB XI) und 2022 als verbindliche Anforderung zur Qualitätssicherung in Krisensituationen von der Pflegeselbstverwaltung im Qualitätsausschuss Pflege vereinbart. Pflegeeinrichtungen stehen nun vor der Herausforderung, diese Vorgabe umzusetzen und konkrete Maßnahmen zur Krisenvorsorge zu planen und einzuführen. Auf der Veranstaltung wurde das Thema aus den Perspektiven von Politik, Wissenschaft und Praxis diskutiert – sowohl im Rückblick auf die Corona-Pandemie als auch im Ausblick auf mögliche weitere Pandemien sowie auf Naturkatastrophen und andere denkbare Gefahrensituationen. Zu Beginn der Veranstaltung berichteten Pflegeexpertinnen und -experten über die Belastungen der Beschäftigten während der Pandemie und deren vielfach anhaltende Nachwirkungen, sie betonten den Bedarf einer Aufarbeitung und die Notwendigkeit von Strategien zur zukünftigen Vermeidung solcher Belastungen. Mit Blick auf zukünftige Pandemien äußerten die Expertinnen und Experten den Wunsch nach mehr Autonomie und Entscheidungsfreiheit. Diese konnte bei bundes- bzw. landesweit nebeneinander geltenden Vorgaben in der zurückliegenden Pandemie nicht ausreichend erreicht werden. Einen Schwerpunkt der Diskussion bildete schließlich die Frage, wie die Umsetzung zahlreicher gesetzlicher Vorgaben und anderer Regeln in der Praxis gelingen kann. Alle Teilnehmenden waren sich einig darüber, dass ein nachvollziehbarer Theorie-Praxis-Transfer hierfür unabdingbar ist. Wie dieser konkret ausgestaltet werden kann, dafür gab es unterschiedliche Ideen. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Beiträge der Veranstaltung.
Lehren aus der Corona-Pandemie und zukünftige Krisenresilienz in der Langzeitpflege
Welche Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie auf die stationäre Pflege und welche Lehren können daraus gezogen werden? Mit dieser Frage hat sich ein vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördertes dreiteiliges Projekt befasst. Dabei wurden zunächst zentrale Handlungsempfehlungen aus der Literatur ausgewertet und anschließend im Rahmen von Fokusgruppen mit Pflegeleitungspersonal sowie externen Pflegeexpertinnen und -experten diskutiert und bewertet. Die Ergebnisse dieser beiden ersten Teilprojekte wurden bei der Fachveranstaltung am 6. Dezember 2023, dem dritten Teil des Projekts, mit Expertinnen und Experten diskutiert.
Krisen in der Langzeitpflege richtig vorbereiten – aber wie?
„Der ehrenamtlich getragene Katastrophenschutz kann in Großschadenslagen oder Katastrophen nur begrenzt helfen – weder den stationären noch den ambulanten Einrichtungen“, betonte Dr. Heidi Oschmiansky, Referentin für Resilienz beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), bei der Fachveranstaltung. Vor diesem Hintergrund habe sich das DRK als Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) daran beteiligt, Handreichungen für stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen zu entwickeln, die bei der Vorbereitung auf und der Bewältigung von Krisen und Katastrophen unterstützen sollen.
Ambulante Pflegedienste für den Notfall vorbereiten – aber wie?
Alte Menschen, chronisch Kranke oder auch technikabhängige Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen werden häufig von ambulanten Pflegediensten in Privathaushalten versorgt. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass der ambulante Bereich bisher kaum auf Krisen, Notfälle und Katastrophen vorbereitet ist. Im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt „Aufrechterhaltung der ambulanten Pflegeinfrastrukturen in Krisensituationen“ (AUPIK) wurden daher Ansatzpunkte erarbeitet, wie dieser Herausforderung begegnet werden kann. Als Modellregion zur Durchführung des Forschungsprojekts diente Magdeburg sowie das Magdeburger Umland. Eine der wichtigsten Erkenntnisse: auf die lokale Vernetzung zwischen Gemeinde, Katastrophenschutz und Pflegeeinrichtungen kommt es an – idealerweise lange bevor ein Krisenfall auftritt.
Online-Praxisdialog: Lehren aus der Corona-Pandemie: Welche Empfehlungen gibt die Literatur?
In zahlreichen Publikationen sind inzwischen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Langzeitpflege beschrieben. Sie waren und sind immer noch vielfältig – sie betreffen die Versorgung, führten zu einer erhöhten Belastung des Pflegepersonals und beeinträchtigten u.a. die Lebenssituation der Pflegebedürftigen. Das Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) hat im Auftrag des BMG die wichtigsten Erkenntnisse aus Publikationen zu einer Kurzexpertise mit zentralen Handlungsempfehlungen zusammengefasst. Dr. Thorsten Lunau vom iso-Institut stellte die Erkenntnisse im Online-Praxisdialog vor.
Weiterführende Infos beim Pflegenetzwerk zum Thema Krisenresilienz
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Bilder von der Veranstaltung am 6. Dezember 2023
Das Auditorium im Konferenzzentrum des BMG am 6. Dezember 2023 war gut gefüllt.
Gesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach eröffnet die Veranstaltung mit einem Grußwort.
Dr. Thorsten Lunau (iso-Institut) präsentiert Ergebnisse einer Literaturauswertung zum Umgang von stationären Pflegeeinrichtungen in der Corona-Pandemie (BMG Teilprojekt 1)
Dolores Domke und Dr. Holger Liljeberg (INFO GmbH Markt- und Meinungsforschung) fassen die Ergebnisse von Fokusgruppendiskussionen zusammen. (BMG Teilprojekt 2)
Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach versprach, dass die Ergebnisse aus der Fachveranstaltung Eingang in die konkrete Arbeit des BMG zur Vorbereitung kommenden Krisensituationen finden werden.
Welche Lehren hat die Langzeitpflege aus der Corona-Pandemie gezogen? Darum ging es im ersten Teil der Veranstaltung.
Die Expertinnen und Experten diskutieren das Spannungsfeld zwischen "Regelungswut" und "Umsetzungsüberforderung".
Olga Goldschmidt (Leiterin Seniorenheim Marienburg) berichtet von ihren Erfahrungen bei der Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021.
Dr. Michael Köhler (Charité Berlin) über Ergebnisse des Projekts AUPIK
Im zweiten Teil der Veranstaltung diskutierten Expertinnen und Experten aus der Pflege zum Thema "Krisenresilienz - mehr als Pandemievorsorge"
Das Publikum wurde aktiv in die Diskussion mit eingebunden und konnte sich mit eigenen Perspektiven einbringen.
Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats, machte sich für mehr Entscheidungsautonomie der beruflich Pflegenden stark.
Tipps zum Weiterlesen
Hier finden Sie Links zu weiteren Empfehlungen zur Krisenresilienz sowie zu einzelnen Veröffentlichungen von Verbänden und Organisationen.
Die Charité Universitätsmedizin Berlin hat in der Studie „AUPIK – Aufrechterhaltung der ambulanten Pflegeinfrastrukturen in Krisensituationen“ Empfehlungen erarbeitet. Alle Ergebnisse werden auf der Projektseite von AUPIK zusammengefasst.